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Biografisches Schreiben, Journaling und Schreibtherapie

Über eine Reise schreiben:

Diese 7 Tipps solltest du schon während des Reisens beachten!

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen"

So behauptete es schon im 18ten Jahrhundert der Dichter Matthias Claudius. Und ich finde: Er hat absolut recht.
Und auch wenn wir heute nicht mehr zwangsweise mit Stock und Hut unterwegs sind, so scheint es vielen Menschen in den Fingern zu jucken. Sie wollen über eine Reise schreiben. Und das ist auch gut so.

Das einzige Problem: Während der Reise hat man oft nur bedingt Zeit dafür, weswegen viele der Reiseerlebnisse erst im Nachhinein festgehalten werden.
Egal, ob du eine detaillierte, erlebnisreiche Erzählung verfassen willst – oder ob du dich einfach nur mit wohligem Gefühl beim Durchlesen erinnern willst: es gibt viele Gründe, ein Reisetagebuch zu führen. (Lies auch meinen Artikel: 5 Gründe, warum du im Urlaub unbedingt ein Reisetagebuch führen solltest) . Worauf du dabei achten solltest, wenn du über eine Reise schreibst, verrate ich dir mit diesen 7 Tipps!

Tipp Nr.1 : Notizbuch

Nimm überall ein kleines Notizbuch mit. Das ist dein Sammelbecken für Rohmaterial. Wann immer sich kurze Zeiträume ergeben, schreibe Dinge hinein. Das muss überhaupt nicht systematisch sein. Beobachtungen, Ungewöhnliches oder Gewöhnliches, spontane Gedanken, Gefühlsregungen – nichts ist zu unbedeutend, um aufgeschrieben zu werden, denn aus allem kann später eine Geschichte gemacht werden.
Außerdem hast du somit immer einen guten Zeitvertreib bei Wartezeiten!

Wo du überall Notizen machen kannst:
Flughafen, Busstationen oder in Taxis, Cafés, mitten auf der Straße, bei Sehenswürdigkeiten, in der Natur etc.

Tipp Nr. 2: Sinneswahrnehmungen

Ein wichtiges Element beim Notizen machen sind deine Sinneswahrnehmungen! Auch wenn es dir banal erscheint, so helfen dir diese Notizen im Nachhinein, dich zu erinnern.

Die Fragen, die du dir stellen kannst, sind:

Was sehe ich? Was rieche ich, was habe ich gegessen und wie hat es geschmeckt? Was höre ich? Was fühle ich?

Kümmere dich auch um deinen Körpersinn und stelle dir folgende Fragen:

Wie fühlt sich mein Körper gerade an? Schwebend? Schwer? Verbunden? Wie habe ich mich heute durch die Welt bewegt? Schleppend? Tanzend?

Tipp Nr. 3: Routine

Mache es dir auch während des Reisens zur Gewohnheit, dir jeden Abend oder Morgen (oder beides!) ca. 15min Zeit zum Schreiben zu nehmen. Daraus solltest du wirklich eine Routine machen, so wie Zähneputzen. Ohne nachzudenken. Es geht auch hier nicht darum, möglichste kreativ zu sein, sondern einfach nur Rohmaterial zu sammeln – später wirst du sehr dankbar dafür sein. Notiere dir in diesen 15 Minuten z.B. folgende Dinge:

Was habe ich heute gemacht? Wie habe ich mich dabei gefühlt? Weiß ich, warum ich mich so gefühlt habe? Gab es irgendwas komplett Ungewöhnliches? Habe ich mich selbst überrascht? Wem bin ich begegnet?

Tipp Nr. 4: Begegnungen

Das Besondere beim Reisen ist, dass man so vielen unterschiedlichen Menschen begegnen kann. Tatsächlich sind Begegnungen für mich das Herzstück des Reisens.

Auch hier gilt: Sammle Details. Entweder während des Tages ins Notizbuch oder abends vor dem Schlafen gehen.

Wem bin ich begegnet? Was hatte diese Person an? (Diese Details sind wichtig!) Wie hat sie geredet? Was hat mich begeistert? Was hat mich abgeschreckt? Worüber haben wir geredet? usw.

Sammle Stichpunkte über alles, was dir einfällt. Es sind wertvolle Erinnerungsstützen.

Tipp Nr.5: Emotionsverarbeitung

Jede Reise im Außen ist auch eine Reise ins Innere. In den letzten Tipps ging es vor allem darum, das Äußere in all seinen Details festzuhalten. Genauso wichtig kann es aber auch sein, dir beim Reisen deines Innenlebens bewusst zu sein. Beim Reisen sind wir ständig mit Neuem konfrontiert und müssen uns mit Ungewohntem auseinandersetzen. Das ist eine tolle Gelegenheit, sich mal wieder mit den eigenen Reaktionen und Gefühlen dazu auseinanderzusetzen und sich noch ein bisschen besser selbst kennenzulernen.

Dabei kannst du, so wie in den letzten Tipps, erstmal in Stichwörtern festhalten, wie es dir geht. Wenn du aber länger reist und somit auch mehr Zeit hast, zu schreiben, kann ich dir nur wärmstens empfehlen, dies auch zu nutzen. Das kannst du in Form von Tagebucheinträgen oder Journaling machen. Gute Übungen zum Schreiben über dich findest du z.B. in meinem Workbook (für 0 Euro) ‚3 Schreibimpulse für den Zugang zu deiner inneren Stimme‘.

Tipp Nr. 6: Geschichten am Wegesrand

Finde die Geschichten am Wegesrand. Geschichten finden sich nicht nur beim Reisen an jeder Ecke, aber hier besonders häufig! Aber sie springen dir nicht immer gleich entgegen, sondern sind manchmal versteckt und wollen gefunden werden. Bleibe von daher wachsam und beobachte deine Umgebung. Rede mit den Menschen, denen du begegnest. Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen. Frage nach. Und höre zu. Halte Stille aus und tue manchmal einfach mal nichts! Es ist erstaunlich, was du dabei für Geschichten entdecken kannst!

Tipp Nr. 7: Gedichte im Kurzformat: Das Elfchen

Zum Schluss stelle ich dir noch eine Kurzgedichtform vor, mit der du wunderbar alle möglichen Situationen, Begegnungen, Erfahrungen kurz und bündig beschreiben kannst. Ein Elfchen ist schnell geschrieben und eignet sich von daher sehr gut für unterwegs. Mit dem Elfchen kannst du ein Gefühl, eine Begegnung, eine Erfahrung oder auch eine Sinneswahrnehmung vertiefen.

Und so gehts:

Dein Elfchen besteht aus 11 Wörtern.
Und so werden sie aufgeteilt:

1. Zeile: 1 Wort
2. Zeile: 2 Wörter
3. Zeile: 3 Wörter
4. Zeile: 4 Wörter
5.Zeile: 1 Wort

Beispiel:

Reisen.
Abenteuer unterwegs.
Innen und Außen.
Ich lerne mich kennen.
Lebendig.

 

Fassen wir zusammen: Es geht beim Reisen vor allem darum, so viele Details wie mögliche aufzuschreiben. Wenn du Zeit findest, diese schon auszuarbeiten oder auch längere Texte zu schreiben, ist das super. Wenn nicht, dann helfen dir konsequentes Detailsammeln und Sinneseindrücke im Notizblock und eine tägliche 10minütige Schreibroutine, genügend Rohmaterial zu sammeln, um nach der Reise in Ruhe das Erlebte verarbeiten zu können!

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