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Biografisches Schreiben, Journaling und Schreibtherapie

Biografisches Schreiben

8 Tipps, mit denen du auch ohne Vorerfahrung sofort starten kannst

Biografisches Schreiben erzählt die Geschichten, die das Leben schreibt.

Hast du dir schonmal bewusst gemacht, wie unglaublich viele Geschichten sich in deinem Leben bereits angesammelt haben?

Da gibt es herzzereißende Geschichten, traurige Geschichten, lustige Geschichten, spannende Geschichten, Krimis, Romanzen, Komödien, Tragödien… es ist alles da!

Darüber zu schreiben, bedeutet, das eigene Leben zu wertschätzen.
Dabei ist es vollkommen egal, ob du 20 bist oder 93 – du hast etwas zu erzählen. In diesem Artikel erhältst du 8 wertvolle Tipps und Übungen, mit denen du sofort anfangen kannst, deine eigenen Geschichten zu erzählen.

Was ist biografisches Schreiben?

Biografisches Schreiben oder autobiografische Schreiben – beide Begriffe bedeuten das Selbe: Das Schreiben über das eigene Leben. Die Erzählung der eigenen Geschichte oder – wie bei vielen Prominenten üblich – die Geschichte eines anderen Menschen.

Es sind, anders als beim fiktiven Schreiben,  die Geschichten des realen Lebens, die erzählt werden. Dabei spielt Fiktion eine untergeordnete Rolle. Beim biografischen Schreiben wird auf die Vergangenheit zurückgeblickt oder die Gegenwart wahrgenommen. 

 

Für wen ist biografisches Schreiben geeignet?

Biografisches Schreiben ist für jede*n geeignet.

Es ist nicht nur für prominente Menschen oder Menschen, die eine besonders aufregende oder ungewöhnliche Geschichte haben. Auch
dein Leben hat seine eigenen, wichtigen Geschichten, manche offensichtlich und
manche versteckt. Sich diesen Geschichten zu widmen, kann einen sehr
therapeutischen Effekt haben und dir helfen, mit der Vergangenheit abzuschließen.

Um biografisch zu schreiben, musst du keine Schreiberfahrung haben. Es ist unwichtig, ob du stilvoll schreibst oder grammatikalisch richtig – der Inhalt deiner Texte ist das Entscheidende.

Tipp Nr.1: Starte mit Fragen

Es ist leichter, Fragen zu beantworten, als ins Blaue hinein zu schreiben. Beginne dein biografisches Schreiben damit, dir konkrete Fragen über dein Leben zu stellen. Diese können verschiedener Natur sein. Es gibt die Fragen, mit denen du einen guten Überblick über deine  verschiedenen Lebensphasen bekommst.
Beispiele für diese Fragen sind:

Welche Menschen haben mich geprägt?
Welche Orte haben mich geprägt?

Welche Schulen und/oder Universitäten habe ich besucht?
Welche Jobs habe ich ausgeführt?

Dann gibt es Fragen, die spezifischer sind und mehr zu konkreten Ereignissen führen. Du erinnerst du dich an einzelne Situationen und Erlebnisse, ausgelöst durch Fragen, wie z.B.

Was war mein Lieblingsbuch als Kind?
Was war mein schönster Geburtstag?
Was war meine inspirierendste Reise?
Wann habe ich etwas erlebt, wofür mich Andere beneidet haben?
Wann habe ich etwas erlebt, wofür mich Andere bemitleidet haben?

Übigens: Weitere Inspirationen für solche Fragen finden sich in dem Buch ‚Leben, schreiben, atmen – Eine Einladung zum Schreiben‘ von Dorris Dörrie.

Tipp Nr.2: Erstelle dir eine Themenliste

Inspiriert von den oben genannten Fragen, kannst du dir noch vor dem Schreiben eine Themenliste erstellen. Diese Liste hilft dir in den Momenten, in denen du vor dem weißen Blatt Papier sitzt und nicht weißt, was du schreiben sollst.
Hier findest du ein paar weitere Ideen für deine Themenliste: 

Schreibe über…

eine verlorene Freundschaft
… eine sehr neue Freundschaft
… eine Hochzeit, auf der du einmal warst
… einen Gegenstand, der dich dein Leben lang begleitet hat
…Geschwisterliebe/Geschwisterrivalität

Tipp Nr.3: Aktiviere deine Sinne

Erinnere dich an eine Episode aus deinem Leben, z.B. dieser eine Tag, an dem du endlich im Job beweisen konntest, was du kannst. Jetzt stell dir vor, du zoomst mit einem Fotoapparat direkt in die Situation hinein. Was hörst du? Was siehst du? Was schmeckst du? Aktiviere die Erinnerung an deine Sinneswahrnehmungen in diesem Moment. Mache dir dazu ein paar Notizen. Schreibe dann den Text über diese Situation, inspiriert von deinen Notizen. Du wirst merken, wie viel reichhaltiger und detaillierter dein Text wird, wenn du vorher gezielt Sinneswahrnehmungen sammelst.

Tipp Nr 4: Perspektivwechsel

Wenn du keinen direkten Einstieg in das Schreiben über ein Erlebnis bekommst, versuche es mit folgendem Trick:
Schreibe aus der Perspektive einer anderen Person, die an der Situation beteiligt war. Wenn keine Personen beteiligt waren, schreibe aus der Perspektive eines Haustieres oder Gegenstandes, frei nach dem Motto „Wenn Wände reden könnten…“
Diese Übung kann eine gute Vorübung sein, um dich wieder zu erinnern und ein Gefühl für die Situation zu bekommen.

Tipp Nr 5: Schreibe unkommentiert

Schreibe ohne nachzudenken. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Dabei helfen kann dir die Methode des automatischen Schreibens. Stelle dir den Timer auf zehn Minuten und entscheide dich, in diesen zehn Minuten kein einziges Mal den Stift niederzulegen. Wenn du nicht mehr weißt, worüber du schreiben sollst, schreibe über genau diese Blockade. Kehre dann wieder zu deinem Thema zurück. Diese Methode hilft dir in einen fließenden Einstieg für deinen Text zu kommen.

Schreib unkommentiert bedeutet aber auch, beim nicht-automatischen Schreiben den inneren Kritiker nicht zu ernst zu nehmen. Vor allem, wenn es sich um einen ersten Entwurf handelt, ist der Kritiker mehr als störend. Mehr über den Umgang mit dem inneren Kritiker beim Schreiben findest du hier.

Tipp Nr 6: Nutze serielles Schreiben zur Themenfindung

Serielles Schreiben kann dir helfen, einen guten Einstieg in ein Thema für das biografische Schreiben zu finden.
Dabei schreibst du 5 oder 10 Sätze untereinander, die alle mit dem selben Anfang beginnen.
Dieser kann z.B. sein:
 
Ich erinnere mich gerne an
Ich erinnere mich nicht gerne an,

Damals, als ich…
 
WIchtig: Schreibe den Anfang des Satzes IMMER mit dazu!

Tipp Nr 7: Finde deine roten Fäden

In jedem Leben gibt es immer wiederkehrende Muster. Auch in deinem. Setze dich doch einmal hin und überlege dir, ob es Situationen in deinem Leben gibt, die dir mehr als vertraut sind.

Das können Beziehungsmuster sein, denen man immer wieder begegnet.
Das können unangenehme Erlebnisse sein, aber auch schöne Sachen.

Gibt es z.B. Leidenschaften, denen du seit jeher folgst?
Oder ist es das Glück, das sich dir immer und immer wieder in kleinen Alltagssituationen offenbart?

Was sind die roten Fäden in deinem Leben? Schreibe darüber!

Tipp Nr 8: Sammle Rohmaterial

Alles ist biografisches Schreiben. Auch deine Tagebucheinträge und die Antworten auf deine Journalingfragen. Wann immer du über dich selbst schreibst, fertigst du Rohmaterial für längere biografische Texte an. Es sind diese Notizen, die uns im Nachhinein dabei helfen, uns zu erinnern. Wenn du also einen Hang zum biografischen Schreiben hast, tu dir selbst einen großen Gefallen und notiere immer wieder Stichpunkte zu deinen alltäglichem Erleben, deinen Gefühlen, den Ereignissen und Situationen, die du erlebst. Du wirst dir dafür dankbar sein!

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