5 traditionelle Schreibmethoden, die man in den Rauhnächten unbedingt für sich nutzen sollte!

Die folgenden Methoden, die ich in diesem Artikel beschreibe, sind natürlich auch ganzjährig durchaus empfehlenswert. Aber gerade in den Rauhnächten finden sie aus verschiedenen Gründen, auf die ich weiter unten eingehe, eine besondere Bedeutung.


Jede Rauhnacht hat eine Orakelfunktion für einen Monat des nächsten Jahres.* So galten früher alle Ereignisse, Eingebungen, Träume, Visionen und Ideen und sogar das Wetter des Tages als Hinweise auf das kommende Jahr und sollten demnach notiert werden.
Dafür bieten sich folgende Formen an:

  1. Traum-Tagebuch
    Das Traumtagebuch liegt am besten direkt neben dem Bett. Es lohnt sich, auch mitten in der Nacht, falls man aufwacht, einen Traum reinzuschreiben. Ansonsten morgens direkt nach dem Aufwachen. Wenn man sich an den Traum nicht mehr erinnert, kann man auch das Gefühl beschreiben, das man nach dem Aufwachen hat – welches oft von unseren Träumen beeinflusst wird und in den Rauhnächten ebenfalls als Omen gesehen wird.
  2. Traditionelles Tagebuch
    Das herkömmliche Tagebuch ist sonst gerne Auffangbehälter für ein wildes Gemengelage aus Gefühlen, Geschehnissen und Gedanken. In der Regel geschieht das recht unstrukturiert und impulsiv. Während der Rauhnächte jedoch lohnt es sich aus oben bereits erwähnten Gründen, etwas genauer hinzuschauen, und recht akribisch aufzuschreiben, was alles los war an dem Tag. Es ist spannend, diese Aufzeichnungen in den jeweiligen, zugehörigen Monaten wieder anzuschauen.

    Neben dem Festhalten der Tagesgeschehnisse, spielt auch das Thema Selbstreflexion eine sehr große Rolle in den Rauhnächten. Folgende Methoden eigenen sich gut dafür:
  3. Journal
    Das Journaling hat in den letzten Jahren im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung einen enormen Aufschwung erlebt. Es scheint beliebter zu sein als das traditionelle Tagebuchschreiben, vermutlich, weil es sich auf einige wesentliche Aspekte konzentriert.
    Im Bezug zu den Rauhnächten kann das Journal vor allem dazu genutzt werden, die Fragen zu beantworten, die sich mit den Themen der Rauhnächte beschäftigen. Und derer gibt es viele, vor allem dazu, was aus dem alten Jahr losgelassen werden will und was man im neuen Jahr Neues erschaffen und visionieren möchte. Aber auch viele andere Bereiche des Lebens werden fragend thematisiert, wie z.B. die Familie, Freundschaften, Selbstfürsorge etc.
    Auch als Dankbarkeitsjournal – dessen Funktion es ja auch ganzjährig hat – eignet sich das Journal hervorragend während der Rauhnächte, da eine simple Dankbarkeitsübung am Morgen (schreibe 3 Dinge auf, für die du dankbar bist), schon den Grundstein für eine positive Tagesstimmung legen kann.
  4. Morgenseiten
    Diese von Julia Cameron geprägten drei Seiten, in denen man gleich nach dem Aufwachen ohne Unterbrechung seine Gedanken aufschreibt, sind vor allem als Vorbereitung zu den Rauhnächten und in der ersten Hälfte bis zum 31.12, sehr zu empfehlen. Der Stift wird kein einziges Mal niedergelegt, man schreibt einfach weiter, ohne darüber nachzudenken, was man schreibt. Diese Methode dient besonders gut, um verborgene Gefühle und Muster aufzudecken, die einen blockieren. Beim automatischen Schreiben können wir unseren inneren Kritiker austricksen und unserem Unterbewusstsein Raum geben, Dinge ans Tageslicht zu bringen. Gerade, wenn es darum geht, Altes, was einen unbewusst blockiert, aufzudecken, ihm den Raum zu geben, den es braucht, um dann losgelassen werden zu können, können die Morgenseiten eine sehr wertvolle Hilfe sein.

    Und zu guter Letzt noch ein Klassiker, der ein bisschen als Mädchen für alles dient:
  5. Der Notziblock für ALLE Stichpunkte
    Auch wenn wir in der Idealvorstellung die Rauhnächte gerne zurückgezogen, entspannt, in einer kleinen Hütte in schneebedeckter Natur verbringen – die Realität sieht doch öfters anders aus.
    Und wenn wir unterwegs sind oder gerade keine Zeit haben, ist ein Notizblock ideal, um Inspirationen und Gedanken, die uns kommen, aufzuschreiben, aber auch die kleinen Dinge, die wir täglich erleben und die so oft in Vergessenheit geraten. Grundsätzlich gilt das für das ganze Jahr, aber gerade in den Rauhnächten, nehmen, wie gesagt, unsere Visionen und Ideen nochmal eine besondere Rolle ein und sollten festgehalten werden.
    Da ich selber natürlich nie einen Notizblock dabei habe, wenn ich ihn gerade brauche, finden sich meine Notizen gerne auch mal auf der Rückseite von Kassenzetteln oder – am einfachsten, weil immer mit dabei – im Handy wieder. Ich mag es, dieses Sammelsurium aus Stichpunkten ab und an durchzugehen, während ich nachzuvollziehen versuche, was in dem Moment eigentlich in mir vorging…

Man könnte also alleine mit diesen fünf Methoden die Rauhnächte schon durchgehend schreibend verbringen. Weil mir das aber noch nicht genügt, habe ich ein Konzept entwickelt, in dem ich mich den Rauhnachtsthemen nochmal mit anderen Schreibformen und -methoden widme. Die Impulse dazu poste ich in einer vom Schreibsalon Berlin geführten Facebookgruppe ‚Rauhnacht-Schreiben‘. Ihr seid herzlich eingeladen, teilzunehmen.

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*Quellen zu den Hintergründen der Rauhnächte:
Isabella Farkasch ‚Rauhnächte – Über Wünsche, Mythen und Bräuche. Märchen für Erwachsene‘.
Elfie Courtenay ‚Rauhnächte – Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren‘
Caroline Deiß ‚Geheimnisvolle Rauhnächte‘
ArsEdition: Die Magie DER RAUHNÄCHTE

Quelle zu den Morgenseiten:
Julia Cameron ‚Der Weg des Künstlers‘

2 Kommentare zu „5 traditionelle Schreibmethoden, die man in den Rauhnächten unbedingt für sich nutzen sollte!

  1. Liebe Rebecca,

    vielen Dank für diese Zusamenfassung der Schreibmöglichkeiten während der Raunächte. Gerade in diesem besonderen Jahr bin ich sehr gespannt auf diese magischen Nächte und das, was alles in einem Inneren und Außen entstehen mag.

    Liebe Grüße

    hedda

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