6 Gründe, warum kreativer Ausdruck unersetzlich für unsere Gesundheit ist!

Kreativität ist etwas, das in uns allen steckt und das seit Anbeginn der Zeiten. Es ist allerdings auch ein Begriff, unter dem teilweise sehr unterschiedliche Szenarien verstanden werden können. Jemand, der Klavier spielt und dabei streng nach Noten spielt, ist kreativ. Jemand, der frei nach Intuition tolle Bilder entstehen lässt, ist auch kreativ.

Und von Kreativität wird auch im Innovationsbereich gesprochen, wenn neue Ideen entstehen für Produkte. Irgendwann gehe ich auf diese Unterschiede nochmal genauer ein, aber heute will ich verschärft über den kreativen Ausdruck schreiben. Das ist der Zustand, in dem wir malen, Musik machen, schreiben, tanzen oder etwas gestalten. Kreativer Ausdruck bedeutet: etwas, das in uns ist, findet seinen Weg nach Außen und wird hörbar und sichtbar wird. Und damit kommen wir auch schon zum ersten der sechs Gründe, warum kreativer Ausdruck so eng mit psychischer Gesundheit zusammenhängt.

  1. Ich lerne mich selber besser kennen
    Wenn ich bewusst etwas gestalte, sei es künstlerisch oder beim improvisieren oder beim schreiben, kann ich meine Gefühle hörbar und sichtbar machen. Auf einmal ist etwas, das vorher in mir gefangen war, offen dargelegt. Dies von außen zu sehen, kann uns die nötige Distanz geben, um einen neuen Blickwinkel zu erlangen. In der Musiktherapie nennen wir das eine Externalisierung innerer Anteile. Das kann uns Kontrolle wiedergeben, da wir es nun auch bewusst spielerisch verändern können. Um die neu gewonnenen Erkenntnisse dann wiederum zu integrieren.
  2. Ich trete in eine authentische Kommunikation mit meinen Mitmenschen
    Ich mache mein Innenleben für andere hörbar/sichtbar/greifbar.
    Das mag nicht immer unser Ziel sein – aber es ist ein gutes Ziel. Vor allem, wenn uns Worte fehlen, kann unser Gegenüber – wenn es feinfühlig genug ist – durch das, was wir geschaffen haben, oft besser verstehen, was wir fühlen und denken. Natürlich hinter dieser Tatsache auch immer wieder eine große Angst, meistens basierend auf der Annahme ‚Wenn ich mich zeige, bin ich verletzlich‘. Mit Glaubenssätzen kann man jedoch arbeiten – das genauer zu erklären, würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen.
  3. Ich trainiere Achtsamkeit
    Die Schulung des künstlerischen Ausdruckes geht eigentlich immer Hand in Hand mit der Wahrnehmungsschulung. Beim Musik machen schule ich mein Ohr. Um Dinge zu gestalten, muss ich sie vorher detailliert wahrnehmen und um detailliert wahrzunehmen schärfe ich mein Sehen. Beim Tanzen schärfe ich meinen Körpersinn, bei der Arbeit mit Materialien meinen kinästhetischen Sinn. Um aufzuschreiben, was ich erlebt habe, muss ich vorher gut beobachtet haben. Um meine Kreativitäts- und Inspirationsfähigkeit zu beflügeln, ebenfalls.
  4. Ich bringe mein Leben in den Fluss
    Je mehr Neues ich erschaffe, desto mehr gewöhne ich mein Gehirn daran, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben und mit den Begebenheiten dort wiederum Neues zu erschaffen. Meine Kreativität wird geschult, indem ich kreativ bin. Flexibilität und Spontanität werden somit ebenfalls trainiert und können, wenn man sich aktiv darum kümmert, auch in den Alltag übertragen werden. Ich kann möglicherweise Lösungen für mein Leben finden, wo ich vorher stecken geblieben bin. Neues erschafft neue Möglichkeiten!
  5. Ich entspanne
    Manche kreative Tätigkeiten geben dem Gehirn die Möglichkeit, in einen Alphazustand zu geraten. Dies sind vor allem Tätigkeiten, in denen man nicht viel nachdenken muss, wie z.B. Bilder ausmalen oder manche Phasen des Strickens oder Nähens. Andere Tätigkeiten sind geistig anspruchsvoller, haben aber dadurch einen anderen entspannenden Effekt: Sie lenken unseren Fokus auf etwas anderes, als das, was uns sonst alltäglich beschäftigt.

  6. Ich umgebe mich mit Schönheit
    Es liegt unendlich viel Schönheit im kreativen Ausdruck. Und Schönheit zieht Schönes an. Die Frage ist immer – Worauf lege ich in meinem Leben den Fokus? Was nimmt am meisten Raum ein? Dies ist nicht unbedingt eine Frage der Quantität. Ich kann am Tag nur eine Stunde dem Schönen widmen und das trägt mich durch 23 Stunden mit… nicht ganz so Schönem. Die Frage ist eher, wieviel Energie ich in etwas reinstecke und mit wie viel Hingabe ich dabei bin.

Es gibt also eine Menge Gründe, eine Form des kreativen Ausdruckes in den Alltag zu integrieren. Dabei gibt es natürlich viele verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun und am Ende muss man schauen, ob man sich wohler damit fühlt, zu singen, zu schreiben oder zu töpfern – um nur drei von vielen unendlichen Möglichkeiten zu nennen.

Vielleicht muss man auch erstmal ein wenig ausprobieren (und am besten nie damit aufhören, Neues auszuprobieren!) Am Ende gilt auch hier: Der Weg ist das Ziel.

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